Musiktherapie und (geistige) Behinderung

Ein Mensch, der mit einer Behinderung lebt, ist nicht deswegen schon krank und bedarf einer Behandlung. Und klar erscheint auch, dass Therapie nicht auf die Beseitigung von Unabänderlichem zielen kann. Welchen Sinn also verfolgt Musiktherapie im Rahmen von Behinderung?

 

Behinderung bedeutet immer Einschränkung. Ganz besonders deutlich wird dies, wenn meine Bewegungsfähigkeit oder meine Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt sind. Musik kann einen Ersatz anbieten, für das, was fehlt. Sie versteht sich dann als heilende Kraft, die Elemente einer fehlenden Ganzheit hervorbringt. Beispiele: Musik vermittelt die Erfahrung von Bewegung. Sie bewegt auch einen Gelähmten. Oder: Musik kann eine deutliche Sprache sprechen. Alle vorstellbaren Wortschöpfungen reichen nicht daran heran.

 

Wenn sich Menschen begegnen, steht Behinderung immer dazwischen. Auf alle drei wesentlichen Elemente der Musiktherapie (KlientIn, Musik, TherapeutIn) wirkt sich die Behinderung aus. Behinderung betrifft auch die Art und Weise, wie die Beteiligten sich austauschen können - ihre Kommunikation. Sie wirkt sich auf die drei wesentlichen Element beim Erzeugen von Kommunikation aus: Intention, Realisation und Interpretation, mit anderen Worten: ob ich etwas mitteile, wie ich das tue und wie die Mitteilung verstanden wird.