der film 'kleine lösungen'

1998 - 2001

 

 

 

 

 

 

Konzept, Regie, Gesamtleitung:

Michael Nemitz

Urheberschaft

Der Film 'Kleine Lösungen' ist wesentlich von Menschen mit einer Hirnverletzung geprägt. Er entstand zwischen 1998 und 2001 (Vertrieb über Fragile Suisse).

 

Die Initialzündung geschah bei einem der monatlichen Treffen, eine Vision, begleitet von lachenden Augen. "Das müsste man mal anschauen können", hiess es zu persönlichen Berichten über Alltagsbewältigung. Aus dem Projekt ist eine Art Protokoll der Selbsthilfe geworden. Wir haben die Teilnehmenden besucht und danach gefragt, wie sie sich im Alltag helfen.

 

Leben

Die Geschichten sind individuell und einzigartig und deshalb auch nicht einfach so auf andere übertragbar. Ihr Zusammenhang ergibt sich daraus, dass vom Verlust des Massstabs die Rede ist. Ob es nun um Nichtigkeiten, Probleme oder Katastrophen geht.

 

Bei Betroffene lernt man zwei Seiten kennen: hier eine Vielzahl von Kleinigkeiten, mit denen auch viele andere Menschen zu kämpfen haben. Jeder, der irgendwann einmal anfing, eine Brille zu benötigen, weiss, von was die Rede ist. Also, nichts Besonderes.

 

Auf der anderen Seite stehen die Geschichten, die so besonders sind, dass uns schlichtweg das Vorstellungsvermögen fehlt. Was heisst das: eine Seite nicht wahrnehmen, Temperatur nicht spüren, Buchstaben und Zahlen nicht mehr zusammenfassen können. Wie schlimm ist das?

 

Alltag

Die Gleichzeitigkeit von Können und Nicht-Können bei Betroffenen, folgt einem Muster, dessen Logik und Form uns verborgen bleibt. Die Kombination und Schwere von verschiedenen Schäden und Ausfällen fordert unter Umständen ein Leben, das sich völlig anzupassen hat; so weit, dass für die Abwicklung der banalen Alltagsaufgaben die gesamte Lebenskraft gebraucht wird.

 

Die Zeit nach der Hirnverletzung ergibt einen neuen Normalfall: Leben mit Hirnverletzung für 30, 40 oder 50 Jahre.

www.kleineloesungen.ch